Weihnachten ist für uns in Deutschland das Fest der Liebe und des Lichtes mit vielen lieb gewonnenen Traditionen. Doch das Fest wird nicht in allen Ländern gleich begangen. Viele christlich geprägte Länder und inzwischen auch einige andere, haben ganz unterschiedliche Traditionen entwickelt, wenn es um das Feiern der Geburt Jesus Christus geht.

Wann wird in anderen Ländern Weihnachten gefeiert?

Diese Frage scheint auf den ersten Blick etwas seltsam, aber tatsächlich ist es so, dass nicht überall am 24. Dezember Weihnachten gefeiert wird. In den USA und England gibt es die Geschenke erst am Morgen des 25. Dezember.  Santa Claus hat sie in der Nacht vor den Kamin oder unter den Weihnachtsbaum gelegt. Der Christmas Eve – Heiligabend – wird aber auch dort festlich begangen, mit einem Essen oder Besuch der Kirche.

In Russland hingegen müssen sich die Kinder und Eltern bis zum 7. Januar gedulden, bevor es Geschenke gibt und man sich ein Festessen gönnen kann. Denn die Orthodoxe Kirche richtet sich nach dem julianischen Kalender. Bei diesem entspricht der 25. Dezember, dem gregorianischen 7. Januar. Eigentlich wird also doch am gleichen Tag gefeiert, allerdings nur zeitversetzt.

In Japan ist der Weihnachtstag kein offizieller Feiertag, was auch für Deutschland gilt. Das Fest, dass hier mittlerweile häufig zelebriert wird, wird aber dennoch an diesem Tag begangen. Somit sind auch in Japan der 24. und der 25. Dezember die Stichdaten für das Fest des Lichtes. Allerdings, Urlaub gibt es an diesen Tagen nicht.

In der Türkei ist das Weihnachtsfest kein offizielles Fest, erfreut sich aber großer Beliebtheit. Hier wird die Geburt Jesu um den Neujahrstag herum begangen, denn es ist für viele die einzige Möglichkeit, sich etwas Zeit zu verschaffen.

In Spanien wird das Weihnachtsfest zwar auch am 24. und 25. Dezember begangen, die Geschenke für die Kinder gibt es aber erst am 6. Januar, da diese in Spanien nicht vom Weihnachtsmann, sondern von den Heiligen Drei Königen gebracht werden. Einzige Ausnahme bildet das Baskenland, wo die Menschen ihre Geschenke am 24. Dezember erhalten. Diese werden vom Olentzero gebracht, der die Gestalt eines Köhlers besitzt.



Weihnachten in England

Die Traditionen in England unterscheiden sich nur marginal von denen in Deutschland. Auch wird am Heiligen Abend ein Festmahl für die Familie bereitet und man trifft sich in geselliger Runde. Dabei wird hier der 24. Dezember als Christmas Eve bezeichnet. Am Christmas Day, also dem 25. Dezember, gibt es dann ein großes Mittagessen und der gesamte Tag wird im Kreise der Familie verbracht. In England wir zum Weihnachtsfest sehr oft fern gesehen, was sich über die Jahrzehnte hinweg zu einer Tradition entwickelt hat. So wird die Weihnachtsansprache der Queen mit besonderem Interesse verfolgt, aber auch Gottesdienste aus den großen Kathedralen finden eine hohe Zuschauerschaar.

Zu Weihnachten in England werden die Geschenke traditionell von Father Christmas gebracht. Dabei handelt es sich um eine deutlich ernstere Fassung des amerikanischen Santa Claus, der allerdings aus der Figur des Father Christmas hervorgegangen ist. Doch ist es nicht nur diese Gestalt, die die Menschen beschenkt. Beim sogenannte Boxing Day, welcher am 26. Dezember oder stets am ersten Werktag nach den Feiertagen begangen wird, werden die Angestellten von ihren Arbeitgebern mit kleinen Präsenten überrascht. Daher ist dieser Tag als “Tag des Wohlwollens” im ganzen Commonwealth bekannt.

Weihnachten in den USA

Weihnachten in den USA ist den meisten Menschen eigentlich hinlänglich bekannt. Die Amerikaner stehen hier besonders auf dem Pomp und Pathos dieser Tage, sodass auch Beleuchtungen und Geschenke in vielen Fällen überproportional groß ausfallen. In den Staaten werden die Geschenke von Santa Claus gebracht. Während sich die Familie am 24. Dezember zu einem gemütlichen Abend zusammenfindet, wird am 25. Dezember ein festliches Essen serviert. In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember rutscht Santa Claus durch den Kamin und legt die Geschenke unter den Baum. Er füllt dabei auch die Socken am Kamin mit Süßigkeiten. Die Bescherung findet am Morgen des 25. Dezembers statt.

In den USA – einer vorwiegend durch christliche Einflüsse geprägten Gesellschaft – ist din der Regel auch ein Kirchenbesuch Pflicht. Aufgrund der vielen multikulturellen Einflüsse beschränken sich Weihnachtsgrüße oftmals darauf, ein allgemeines Season-Greeting an Freunde und Bekannte zu übermitteln. Hierdurch wird die politische Korrektheit gewahrt.

Weihnachten in Russland

In Russland wird Weihnachten am 7.Januar gefeiert, wobei die Geschenke nicht vom Weihnachtsmann, sondern von Väterchen Frost gebracht werden. Dieser fährt in einer Troika durch die Lande und belohnt gute Kinder, während er die Bösen mit einer Rute aus Ästen bestraft. In Russland steht dabei vor allem das letzte Abendmahl in Vordergrund, dass auch in vielen Feierlichkeiten zu diesem Tag zelebriert wird. Daher sind die Speisen auch vergleichsweise schlicht, wenngleich dann am nächsten Tag immer noch ein Fest mit der Familie und einem entsprechenden Festessen begangen wird. Am 7. Januar selbst, werden aber nur Fisch und andere leichte Speisen gereicht.

Traditionell wird von orthodoxen Christen sogar ein zwölfgängiges Mahl zubereitet, wobei jeder dieser Gänge für einen der Apostel Jesu steht und ihm gewidmet ist. Diese Traditionen wandeln sich aber zunehmend. So erhalten die Kinder häufig ihre Geschenke nicht mehr am 7. Januar, sondern bereits am Silvesterabend.



Weihnachten in Japan

Weihnachten in Japan ist, anders als man vielleicht denken mag, sehr verbreitet. Das Fest wurde mit christlichen Händlern etwa im 14. Jahrhundert in das Land eingeführt. Allerdings ist es hier kein offizieller Feiertag, sodass auch an diesen Tagen der Arbeit nachgegangen werden muss. Als Ausweichmöglichkeit wurde zu diesem Zweck der Geburtstag des Kaisers – der 23. Dezember gewählt – der dann häufig in Verbindung mit Weihnachten gebracht wird.

Der Christmas Eve, wie der 24. Dezember auch in Japan bezeichnet wird – ist dabei vor allem ein Tag für Verliebte, an denen Verabredungen getroffen und viele erste Dates begangen werden. Da auch in Japan eine Festbeleuchtung zum Programm gehört, schlendern des Abends viele Paare durch die Straßen und lassen sich von den Lichtern begeistern und verzaubern. Inzwischen nutzen auch viele Japaner die Gelegenheit und servieren ihren Familien ein Festessen am Heiligen Abend, wobei dieses traditionell aus Fisch besteht. In Japan ist auch bei Christen zu bemerken, dass hier die religiösen Hintergründe eher weniger eine Rolle spielen, wenngleich aber auch Messen besucht werden. ES werden eher Partys im Sinne von Sylvester veranstaltet, wobei es zu diesen Anlässen aber auch üblich ist, sich und anderen ein Geschenk zu bereiten.

Weihnachten in der Türkei

Weihnachten in der Türkei ist etwas kompliziert: Traditionell wird das Fest am 6. Januar begangen, wobei dies aber nur von orthodoxen Christen gepflegt wird. Für alle anderen hat sich ein Datum um den Neujahrstag etabliert. Dies hat nicht wirklich geschichtliche Hintergründe, sondern ist einfach der Tatsache geschuldet, dass hier arbeitsfreie Tage vorhanden sind, an denen die Feierlichkeiten stattfinden können. So ist der 31. Dezember dann auch meist das Datum, an dem Geschenke verteilt und mit der Familie zusammen gegessen wird.

Eine spezielle Gestalt, die hier die Geschenke bringt, gibt es nicht, allerdings wird oft der Papst Sylvester in Zusammenhang mit der Beschenkung gebracht. Dies ist aber eher bei nicht an Konventionen gebundenen Christen der Fall. In den Großstädten wird natürlich eine festliche Beleuchtung veranstaltet, während auf dem Land nur im privaten Rahmen Kerzen entzündet werden. Allerdings ist dies nicht die Regel, sodass eine Beleuchtung in vielen Fällen gar nicht stattfindet.



Weihnachten in Spanien

Weihnachten in Spanien beginnt eigentlich schon am 22. Dezember, denn hier findet die große Weihnachtslotterie statt. Am Heiligen Abend wird dann ein schlichtes Mahl mit der Familie genossen und die Menschen begeben sich zur Mitternachtsmesse. Darauf folgend werden der 25. und der 26. Dezember mit großen Feierlichkeiten und Festessen im Kreise der Familie begangen.

Am 28. Dezember folgt ein einzigartiger Brauch – der Tag der unschuldigen Kinder – der mit dem in Deutschland immer noch zelebrierten 1. April verglichen werden kann. Hier ist es Tradition, andere mit falschen Geschichten hinters Licht zu führen. An diesem Tag verbreiten auch Zeitungen in Masse Falschmeldungen die aber sehr real klingen können.

Am 6. Januar werden dann die Weihnachtsgeschenke durch die Heiligen Drei Könige überbracht. Allerdings erhalten hier nur artige Kinder ein schönes Geschenk. Jene die böse waren, bekommen von den Königen nur Kohlestücke überreicht. Im Baskenland ist es allerdings der Olentzero, der bereits am 24. Dezember die Geschenke in die Häuser bringt. Bei ihm handelt es sich um einen Köhler, der in typischer Weise über die Lande fährt und die Menschen mit etwas guten beglückt. Dennoch ist es auch hier Tradition, dass unartige Kinder nicht mehr als ein Stück Kohle erhalten, worauf schon der Beruf dieser Figur hindeutet.

Übrigens müssen für die Heiligen Drei Könige Wasser und Brot vor die Tür gestellt werden. Anders als in Deutschland finden die Kinder dort nicht die Geschenke unter dem Baum, sondern sie werden ihnen als Dank für das Mahl vor die Tür gelegt.

No Comments

Leave a Comment