Dem 6. Dezember fiebern die Kinder fast so sehr herbei wie dem Heiligen Abend, schließlich stellt er den ersten Höhepunkt in der ereignisreichen Weihnachtszeit dar. Der Tag geht auf den Heiligen Sankt Nikolaus zurück, der ca. 280 nach Christus in der Türkei geboren wurde. 340 nach Christus wurde er zum Bischof von Myra (einer Stadt in der heutigen Türkei, heute Demre genannt) ernannt. In diesem Amt lagen ihm vor allem die Kinder und Hilfsbedürftigen am Herzen, wofür er überaus geschätzt wurde. Es hieß er erbte noch vor seiner Ernennung zum Bischof ein größeres Vermögen, dass er in den folgenden Jahren an Bedürftige verteilte. So ranken sich einige Legenden um sein Wirken, die historisch jedoch nicht hundertprozentig belegt sind. Zudem werden ihm einige Wunder zugesprochen, weshalb er bis heute als einer der wichtigsten Heiligen angesehen wird. Am 6. Dezember 351 nach Christus starb Nikolaus, sein Todestag galt seither als Gedenktag.

In der zeitgemäßen Darstellung sieht der Heilige Nikolaus dem Weihnachtsmann oft zum Verwechseln ähnlich, roter Mantel, langer weißer Bart. Dabei haben die beiden rein gar nichts miteinander zu tun. Es ist eher Zufall, dass beide Ereignisse (eines basierend auf Nikolaus’ Todestag, eines auf die Geburt Christi) dicht aufeinander folgen. Bis ins 18. Jahrhundert war Nikolaus der einzige Tag, an dem es Geschenke für die Kinder gab. Erst später wurde der Nikolaus von dem Weihnachtsmann, einer ausgedachten Figur amerikanischer Herkunft, und dem Christkind mehr und mehr aus seiner Rolle als Geschenkebringer verdrängt.

Über die Jahrhunderte hat sich allerlei Brauchtum um den 6. Dezember, dem Nikolaustag, gebildet. In Deutschland wird dieser Tag traditionell mit dem “Schuhe vor die Tür stellen” begangen. Diese werden vorher ordentlich geputzt, waren die Kinder brav, bringt Ihnen Nikolaus in der Nacht Gaben und steckt sie in den Stiefel. Der Brauch der nächtlichen Gabenübergabe hat sich erst Stück für Stück entwickelt, er geht vermutlich zurück auf eine der oben erwähnten zahlreichen Legenden, nach welcher der junge Nikolaus noch vor seiner Zeit als Bischof drei junge Frauen vor einem Leben auf der Straße bewahrte, indem er ihnen nachts Goldstücke durch die Fenster warf. Diese konnten Sie als Mitgift nehmen, um standesgemäß verheiratet zu werden. Daraus wurde das so genannte “Wurf-Brauchtum”, die Menschen haben es  Nikolaus gleich getan und den Kindern Geschenke zugeworfen. Schnell stellte sich aber raus, das so die größeren Kinder bevorzugt wurden, die die Geschenke leichter fangen konnten. Daher ging man bereits im Mittelalter dazu über die Geschenke in Behältern zu übergeben, da es zu der Zeit nicht massig Schüsseln und Teller gab kam man auch auf Schuhe oder Socken. Es müssen findige Eltern gewesen sein, die ihren Kindern suggerierten, dass der Nikolaus in saubere Schuhe mehr reinsteckt als in dreckige und sie so zum Schuheputzen am Vorabend animierten. Der Brauch des nächtlichen Besuch vom Nikolaus wurde bereits im 19. Jahrhundert in dem Lied “Lasst uns froh und munter sein” besungen.



Heute bringt der Nikolaus meistens nur kleine Gaben und Süßes, denn vor allem die Protestanten haben das Schenken auf den Heiligen Abend verlagert, da sie sich von der Heiligenverehrung der katholischen Kirche abwanden.

Im Stiefel zu finden ist heute oftmals der rotbemantelte Schokoweihnachtsmann. Der Weihnachtsmann in seiner heutigen Gestalt ist allerdings ein Produkt der amerikanischen Werbeindustrie. Vor allem die katholische Kirche legt daher großen Wert auf die Abgrenzung zum Heilgen Nikolaus, der klassisch mit Bischofsmitra und Hirtenstab dargestellt wird.