Die Weihnachtsgans steht bei den meisten Deutschen an Heiligabend oder am 1. Weihnachtsfeiertag auf dem Speiseplan. Dies geht auf eine lange Tradition zurück. Der Advent hatte früher den Charakter einer Fastenzeit. Mit der Christmette endete diese, und als Festtagsbraten wurde eine wertvolle Gans zubereitet. Die Gans galt als Festtagsmahl, da sie als Martinsgans bereits zum Gedenken an den Heiligen Martin am St. Martinstag im November gegessen wurde.

Eine Gans von 4-5 Kg reicht in der Regel für 6 Personen. Haben sie 8 oder mehr Esser, kaufen sie einfach Gänseteile (z.B. Keulen) dazu. Beachten Sie jedoch, dass diese nicht so lang garen müssen!

Grundrezept Weihnachtsgans

Backofen auf 250 Grad vorheizen. Gans (gezupft, entnommen und nach persönlichem Rezept gewürzt), wiegen und mit der Brust nach unten auf den Backofenrost legen. Mit einem Zahnstocher die Haut rund um die Schenkel einstechen, damit das Fett gut ausbraten kann.

0,75 Liter kochendes Wasser in die Fettpfanne geben,  wenn die Innereien noch dabei sind, diese gern ebenfalls in die Fettpfanne geben (das ist kein Muss, auch ohne Innereien entsteht eine gute Basis für eine leckere Bratensoße). Die Fettpfanne in die unterste Einschubleiste des Ofens schieben.

20 Minuten auf der Brust liegend und danach weitere 10 Minuten auf dem Rücken liegend bei voller Hitze garen.

Danach die Backofen auf 90°C zurück drehen, pro Kilo eine Stunde garen (eine Gans mit 5 Kg muss demnach 5 Stunden im Ofen bleiben). Zwischendurch die Gans mit dem eigenen Saft bzw. Fett aus der Fettpfanne bestreichen und den Garvorgang kontrollieren. Die Kerntemperatur des Gänsebraten für rosa-farbenes Fleisch liegt zwischen 75 und 80 Grad. Für die voll durch gegarte Gans 90-92 Grad.

Zum Abschluss ggf. die Temperatur auf ca. 170 Grad erhöhen und die Haut bräunen lassen, von Zeit zu Zeit kaltes Wasser drüber träufeln.

Ist der Rücken knusprig, wird sie auf den Rücken gedreht und die Brust auf der gleichen Weise knusprig gebräunt.

Der in der Fettpfanne entstandene Sud bleibt eine Weile ruhig stehen. Der Sud wird dann in einen geeigneten Topf zur Herstellung der Bratensoße gegeben.

Die Weihnachtsgans kann auf verschiedene Art und Weisen gewürzt und gefüllt werden. Hier einige leckere Füllungen:

Weihnachtsgans mit Pflaumenfüllung

für eine 4-5 kg Gans

  • 150 g Butter
  • 3 Eier
  • 2 Brötchen
  • 500 ml Milch
  • 250 g Trockenpflaumen
  • 50 g Walnusskerne
  • 1 Apfel (klein, säuerlich, z. B. Boskop oder Elstar)
  • 100 g Paniermehl
  • Salz

Butter und Eier schaumig rühren, Brötchen in Stücke schneiden, in der warmen Milch einweichen, dann ausdrücken und zur Butter-Eier-Masse geben.

Trockenpflaumen und Apfel klein schneiden, Walnusskerne grob hacken und alles zusammen mit dem Paniermehl unter die Füllung heben. Salzen, pfeffern und alles gut vermengen.

Gans mit der Füllmasse füllen, Beine mit Küchengarn zusammenbinden. Gans wie oben beschrieben zubereiten.

Weihnachtsgans mit Apfelfüllung

für eine 4-5 kg Gans

  • 5-6 klein geschnittene Äpfel (klein, säuerlich, z. B. Boskop oder Elstar)
  • Thymian
  • Salz, Pfeffer
  • Orangensaft zum Beträufeln

Gans innen und außen mit Salz, Pfeffer und Thymian einreiben. Danach die klein geschnittenen Äpfel in die Bauchhöhle geben. Beine mit Küchengarn zusammenbinden. Ungefähr fünf- bis sechsmal pro Stunde mit Orangensaft beträufeln. Wie oben angegeben garen.

Klassische Martinsgans

für eine 4-5 kg Gans

  • 2 Zweige Majoran
  • 2 Äpfel (klein, säuerlich, z. B. Boskop oder Elstar)
  • 2 Birnen (klein)
  • 1 Bio-Orange
  • 2 Zweige Beifuß (getrocknet)

Äpfel und Birnen abspülen, trocknen, vierteln und das Kerngehäuse herausschneiden. Apfel- und Birnenviertel nochmals der Länge nach halbieren. Die Orange heiß abspülen, trocknen und die Schale mit einem Zestenreißer (alternativ Sparschäler) dünn abschneiden.

Den Majoran abspülen, trocken schütteln und die Blätter von den Stielen zupfen. Beifußblättchen von den Stielen zupfen.

Apfel- und Birnenspalten, Majoran, Beifuß und Orangenschale mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Füllung in die Gans geben. Die Hals- und Bauchöffnung der Gans mit kleinen Holzspießen und Küchengarn fest verschließen. Gans wie oben beschrieben zubereiten.

Weihnachtsgans mit Maronenfüllung

für eine 4-5 kg Gans

  • 2 Dosen (à 425 ml) Maronen
  • 4 Äpfel (klein, säuerlich, z. B. Boskop oder Elstar)
  • 1 Bund Majoran
  • 100 g Rosinen
  • 4 EL Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer

Maronen abtropfen lassen. Äpfel waschen, trockenreiben, vierteln, Kerngehäuse entfernen und Viertel in Spalten schneiden.Den Majoran abspülen, trocken schütteln und die Blätter von den Stielen zupfen . Rosinen waschen, abtropfen lassen.

Majoran, Äpfel, Maronen und Rosinen mischen. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen.Die Füllung in die Gans geben. Die Hals- und Bauchöffnung der Gans mit kleinen Holzspießen und Küchengarn fest verschließen. Gans wie oben beschrieben zubereiten.

Die in der Fettpfanne gesammelte Flüssigkeit ergibt bei allen Rezeptvarianten die Basis für die Bratensoße, daher nicht wegkippen, sondern gut aufbewahren! Das Fett abschöpfen und ebenfalls aufbewahren, das gehärtete Fett ergibt einen wunderbaren Brotaufstrich.

Beilage zur Weihnachtsgans

Knödel
Klöße
Kroketten
Rotkraut (Blaukraut)
Rosenkohl
Kürbisgemüse
Maronen
Preißelbeeren
Bratensoße

Hier können Sie ihre Gans direkt vom Bauern bestellen.