Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen,
Wie glänzt er festlich, lieb und mild,
Als spräch’ er: wollt in mir erkennen
Getreuer Hoffnung stilles Bild.

Die Kinder stehn mit hellen Blicken,
Das Auge lacht, es lacht das Herz;
O fröhlich’, seliges Entzücken!
Die Alten schauen himmelwärts.

Zwei Engel sind hereingetreten,
Kein Auge hat sie kommen sehn,
Sie gehn zum Weihnachtstisch und beten,
Und wenden wieder sich und gehn:

„Gesegnet seid ihr alten Leute,
Gesegnet sei du kleine Schaar!
Wir bringen Gottes Segen heute
Dem braunen, wie dem weißen Haar!

Zu guten Menschen, die sich lieben,
Schickt uns der Herr als Boten aus,
Und seid Ihr treu und fromm geblieben,
Wir treten wieder in dies Haus!“

Kein Ohr hat ihren Spruch vernommen,
Unsichtbar jedes Menschen Blick,
Sind sie gegangen, wie gekommen,
Doch Gottes Segen blieb zurück!


“Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen” ist ein klassisches Weihnachtslied aus dem 19. Jahrhundert. Der Komponist des Liedes ist unbekannt, die Melodie wird jedoch dem Lied “Schön ist die Jugend bei frohen Zeiten” aus Thüringen zugeschrieben, erst durch das Gedicht “Weihnachtsspruch” von Hermann Kletke wurde es zu dem heute wohlbekannten Weihnachtsklassiker.  Das war ungefähr 1841, obwohl die genaue Entstehungszeit unbekannt ist.

“Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen” gilt als säkularisiertes Weihnachtslied, da hier nicht auf die Enstehungsgeschichte von Weihnachten eingegangen wird, sondern auf – zur Entstehungszeit – noch sehr modernen Brauch des Baumschmückens.

Hier finden Sie die Noten und die Melodie zum Anhören von “Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen”